Festvortrag anlässlich des 4. Jahrestages der Gründung der Barbarossa-Stiftung

26.02.2019 Residenzschloss Altenburg, Bachsaal

Festvortrag:

Mittelalterhistoriker  Dr. Alexander Sembdner
Die Bischofsstadt Naumburg in der Stauferzeit – Urbaner Aufbruch und gesellschaftlicher Wandel im 12. und 13. Jahrhundert und die Rolle der geistlichen Institutionen

Dienstag, 26.02.2019, 18.00 Uhr, Altenburg, Bachsaal des Residenzschlosses

Eine öffentliche Veranstaltung der Barbarossa-Stiftung Altenburg in Zusammenarbeit mit dem Residenzschloss Altenburg

Eintritt frei

 

Als der Zeitzer Bischof in den Jahren zwischen 1028 und 1032 nach Naumburg umzog und damit seine Kathedra an den nordwestlichen Rand seines Bistums verlegte, war der neue Bischofssitz nur schwerlich als civitasin dem vom Kirchenrecht geforderten Sinn anzusprechen. Die Burg der Ekkehardiner samt suburbium, die Domkirche sowie ein ekkehardinisches Eigenkloster umrissen für die nächsten rund 100 Jahre die tatsächlichen Ausmaße und die Bedeutung Naumburgs. Erst ab der Mitte des 12. Jahrhunderts begann der urbane Aufbruch zur Bischofsstadt, an dem maßgeblich die reichs- bzw. staufertreuen Bischöfe, aber auch die Klöster und Stifte vor Ort beteiligt waren. Dabei bestand die bischöfliche „Urbanisierungspolitik“ allerdings weniger in der Gründung neuer monastischer Institutionen, sondern in der Anlage neuer Pfarrkirchen als den sozialen und religiösen Fixpunkten städtischer Entwicklung. Gleichzeitig entstand ein städtisches Bürgertum, deren führende Mitglieder jedoch nicht Kaufleute waren, sondern der Ministerialität der Bischöfe und der thüringischen Landgrafen entstammten. Deren enge Verflechtung mit den Kirchen und Klöstern prägte den Charakter Naumburgs als einer dezidiert „geistlichen“ Stadt. Der Vortrag will die Rolle der geistlichen Institutionen hinsichtlich der Stadtentwicklung und des sozialen Wandels in den Blick nehmen und mit regionalen Beispielen in Vergleich setzen, um so Transformationsprozesse der städtischen Gesellschaft Naumburgs im 12. und 13. Jahrhundert nachzuzeichnen.

Kurzbiographie

Dr. Alexander Sembdner

geb. 1986 in Kamenz (Sachsen)

2004-2009 Magisterstudium der Mittleren und Neueren Geschichte und Soziologie an der Universität Leipzig (Magisterarbeit bei Prof. Dr. Enno Bünz zum Thema „Stadt und Universität Leipzig im späten Mittelalter“ (im Druck erschienen in der Reihe: „Beiträge  zur Leipziger Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, Reihe B 17), Leipzig 2010)

2010-2013 Promotionsstipendium der Volkswagenstiftung (Naumburg Kolleg)

seit 2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sächsische und Verlgeichende Landesgeschichte, Historisches Seminar der Universität Leipzig

2017 Promotion bei Prof. Dr. Enno Bünz (Leipzig) zum Thema „Das Werden einer geistlichen Stadt im Schatten des Doms. Zur Rolle der geistlichen Institutionen im Gefüge der Bischofsstadt Naumburg bis ca. 1400“ (eingereicht 2016)

z.Z. Arbeit an Habil.-Projekt „Landesteilungen im spätmittelalterlichen Reich und im europäischen Kontext“

 

Für Rückfragen zu dieser Einladung steht Ihnen der Vorsitzende der Barbarossa-Stiftung, Klaus-Jürgen Kamprad (klaus.kamprad@vkjk.de), gern zur Verfügung.

 

 

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